Nachbericht zur feministischen Schnitzeljagd

Nachbericht unserer feministischen Schnitzeljagd im Rahmen der Aktionswoche vom 8. März Bündnis Nürnberg und Feministischer Streik Nürnberg

(Spoiler: Es war massiv geil -> wir machen das wieder!)
Ersteinmal vielen Dank an alle ~ 70 Teilnehmenden! 💜

Als erstes haben alle Teams ein Starterpack von uns bekommen, das einen Stadtplan, ein Aufgabenblatt, eine Münze, Plakate, Folie, Sticker, Flyer, Kerzen, Straßenmalkreide, eine Papierrose, Umschläge, Stifte, Befestigungsmaterialien und ein Ei enthielt.
Die erste Aufgabe bestand darin zum Startpunkt der 8.März Demonstration zu laufen und sich als Team zu überlegen, warum der 8.März so wichtig ist. Die Ergebnisse konnte man auf eine „Ich gehe am 8.März auf die Straße, weil..“ Folie schreiben und am Auftaktort befestigen. Was dabei raus gekommen ist seht ihr auf den Bildern 🤩 Eine Zusatzaufgabe war alle 10 feministischen Fäuste zu finden, die auf der Route verteilt waren. (hat eigentlich irgendjemand alle gefunden?😂)

Der 2.Hinweis lautete „Kein Freund, kein Helfer aber trotzdem öfter da“ Damit war natürlich die Bullnwache am Jakobsplatz gemeint, dort hing dann der nächste Hinweis „auf halber Strecke zwischen hier und dem Kornmarkt wirst du eine Möglichkeit finden an den nächsten Hinweis zu gelangen. Wähle deinen Weg weise und beachte die Gegenstände in deiner Tasche. Die geübteren Schnitzeljäger*innen sind gleich drauf gekommen bei der Telefonzelle die „Nummer gegen Stress“ auf dem Aufgabenblatt zu wählen und wurden dann mit : „Laufe durch den Burggraben Richtung Hauptbahnhof. Auf dem Weg trefft ihr Frauen* in der Krise. Setze euch mit ihnen auseinander“ weitergeschickt. Im Burggraben war ein Wegquiz vorbereitet, den Inhalt zu „Frauen* in der Krise“ haben wir von der Instagramseite des @frauentreffen_muc übernommen. Bei der letzten Frage ging es darum, dass jeden 2.Tag in Deutschland ein Femizid geschieht. Damit schickten wir die Teilnehmenden zum Pressehaus der Nürnberger Nachrichten, da diese unsägliche Begriffe wie „Familienstreit“ & „Beziehungsdrama“ nutzen anstatt Femizide zu benennen! Vor dem Pressehaus schufen die Teams ein Femizidgedenken: „Raus zum 8.März! Seit 57 Jahren werden Femizide zu „Familiendramen“! Schämt euch“ und weiteres (siehe Bilder) wurde geschrieben, Kerzen und Papierrosen wurden aufgestellt. Von dort aus wurden die Teams mit dem nächsten Hinweis zur Whörder Wiese gelotst wo eine unauffällig auffällige Person die Teilnehmenden mit heißem Tee, Spraydosen und Stoff empfing. Hier konnten die Teams ihre eigene Message sprayen, ein Foto machen und mit der Ansage „Sucht in feuchten Gefilden. Über 7 Brücken müsst ihr gehen. ok, vielleicht nicht ganz 7..“ weitergeschickt. In einer Flaschenpost aus der Pegnitz wurde dazu aufgefordert Umschlag 5 (im Starterpack befanden sich 6 Umschläge, falls mal ein Team einen Hinweis nicht gefunden hätte, wäre es durch Öffnen so weitergekommen) zu öffnen, dort befand sich ein feministisches Kreuzworträtsel welches aufgelöst zum Ordnungsamt verwies. Hier wartete ein Pirat mit Goody Bag als Belohnung für alle Teams und Schatzkarte, die leider nicht zu einem richtigen Schatz führte sondern zur Ausländerbehörde, die wir als Abschlussort gewählt hatten, da unsere Freundin und Genossin Banu in die Türkei abgeschoben werden soll, wo sie jahrelange Repression (die sie hier in Deutschland schon erleben musste) erwarten würde. Das war die letzte (Botschaft hinterlassen) Aufgabe. Hier hinterließen die Teams „Banu bleibt!“ und „Refugees welcome“ aber wohl auch mehrere Eier 🥚🥚🥚🤷‍♀️ um ihrer Empörung ob dieser menschenunwürdigen Behandlung Ausdruck zu verleihen.

Wir sagen auch: „Banu bleibt!
Solidarität muss praktisch werden
Feuer und Flamme den Abschiebebehörden!“ 🔥
P.S. Es wird gemunkelt, dass wohl auch das CSU Büro und die Nürnberger Nachrichten Eier abbekommen haben. Wir sagen: Zu Recht! Außerdem entdeckten wir entlang der Route viele Parolen, Plakate und Sticker. Danke für euren Aktionismus 💜✊

drucken | 11. März 2021 | Revolutionär organisierte Jugendaktion

Terminkalender

Mittwoch, 16.06.2021

Protest am Tag der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) - Kundgebung am 16. Juni 2021

Kundgebung am Tag der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) || Mittwoch, den 16.Juni || 18.00 Uhr || Gewerbemuseumsplatz Am 16. Juni treffen sich die Gesundheitsministerinnen des Bundes und der Länder digital. Wir tragen den Protest in die Öffentlichkeit und konfrontieren die Politikerinnen mit unseren Forderungen. Für eine bessere Gesundheitsversorgung! Gute Pflege geht uns Alle an, denn sie betrifft Mitmenschen, Patientinnen und uns Beschäftigte. Krankenhaus- und Pflegekonzerne enteignen, Vergesellschaftung des Gesundheitswesens! Gesundheit statt Profit! Gesundheit ist keine Ware! - Gesundheitsversorgung muss wieder Daseinsvorsorge unter öffentlicher Verantwortung werden. Gewinne durch den Betrieb von Krankenhäusern müssen verboten werden. - Für eine kostendeckende Finanzierung statt Fallpauschalen!- Angemessene Personalbemessung und gerechte Bezahlung für alle Bereiche! - Eingliederung der Klinikservicegesellschaft KNSG! - Komplette Übernahme der Pflegekosten statt Teilkasko und Armutsrisiko Pflege! - Verbesserung der Gesundheitsausbildung! - gesunde Lebensbedingungen statt Ausbeutung bis zum Burn-Out! - verlässliche Arbeitszeiten und verbindliches Ausfallmanagement! - Ein Betrieb eine Belegschaft: Beendigung von Outsourcing von einzelnen Betriebsteilen zum Zwecke der Kostensenkung. Wir fordern die Wiedereingliederung des outgesourcter Bereich der KNSG. Aufruf der Initiative Gesundheit statt Profit, dem wir uns an dieser Stelle anschließen wollen. Beteiligt euch an der Kundgebung und unterstützt auch weiterhin die Beschäftigten der KNSG solidarisch in ihrem Kampf.
Samstag, 19.06.2021

Öffnet den Bolzplatz in der Austraße jetzt sofort! Kundgebung am Samstag, den 19. Juni ab 13 Uhr

Wir brauchen unsere Plätze, Parks und Freiflächen jetzt mehr denn je! Kinder und Jugendliche aus ArbeiterInnenvierteln haben so und so schon weniger Raum zur Verfügung als die aus den Reichenvierteln. Wenn die Stadt Nürnberg uns aber auch noch während einer Pandemie diese wenigen Plätze zu sperrt und wegnimmt, zeigen die Verantwortlichen von SPD und CSU ganz offen, wie egal ihnen unsere Interessen und Bedürfnisse sind! Das lassen wir uns nicht gefallen! Wir machen Druck, schließen uns zusammen und zeigen den Verantwortlichen gemeinsam die rote Karte! An die Adresse der Stadt: Öffnet den Platz sofort – wir können auch ohne Weichboden kicken – renoviert ihn im Winter schnell (zur Erklärung, Herr Vogel: das bedeutet NICHT zwei Jahre!), schafft schattige Plätze für ZuschauerInnen und kippt endlich das unsinnige Verbot, das Leuten über 18 Jahren das Spielen auf dem Platz verbietet! Wann? Kommt am Samstag, den 19.06. ab 13 Uhr zum Bolzplatz in der Austraße! Was? Kundgebung, Wassereis, Torwandschießen und Raum für eure Forderungen! Es freuen sich auf euch der Stadtteilclub Reclaim Gostenhof und die organisierte autonomie
Mittwoch, 14.07.2021

Radio Revolution im Juni 2021

Die Juniausgabe ist online! https://www.mixcloud.com/RadioRevolutionNBG/sendung-radio-revolution-juni-2021/ Im Herbst 2019 berichtete Radio Revolution bereits von einer Wanderung der Antifa-Aktionskneipe zum KZ-Außenlager in Hersbruck und den Doggerstollen. Das Wetter wird endlich besser und bietet sich daher an, einen Ausflug in die Hersbrucker Schweiz mit Geschichte über Vernichtung und brutaler Ausbeutung zu verbinden. Am 9.Juni 2005 wurde İsmail Yaşar in der Scharrerstraße vom NSU ermordet. Anlässlich dieser traurigen Jährung gibt es eine Wiederholung des Beitrags über die Kontinuität rechten Terrors in Mittelfranken. Darüber hinaus könnt ihr die Shortnews und passende Musik hören! Die nächste Sendung könnt Ihr wieder am 14. Juli im Stoffwechsel auf Radio Z 95,8Mhz hören. Radio Revolution läuft am 2. Mittwoch im Monat zwischen 17 und 18 Uhr. Vergangene Sendungen könnt ihr euch auf https://www.mixcloud.com/RadioRevolutionNBG/ anhören.
Montag, 02.08.2021

Personalausweis neu beantragen, jetzt!

Ab dem 02.08.2021 werden verpflichtend beim Beantragen eines Personalausweises Abdrücke beider Zeigefinger auf dem Chip des Ausweises gespeichert. Diese werden vorerst noch nicht zentral gespeichert. Dennoch bedeutet dies, dass ab August der Zugriff auf den Personalausweis genügt, um an unsere Fingerabdrücke zu gelangen. Es ist nicht auszuschließen, dass bereits vorher Fingerabdruckdaten von Aktiven an Überwachungsbehörden weitergegeben werden. Wir alle hinterlassen überall und dauernd Fingerabdrücke. Man kann sich leicht vorstellen, wie der Staat dies zur Begründung für weitere Ermittlungen heranziehen wird und auch welche Überwachungsmöglichkeiten sich hieraus ergeben. In der Vergangenheit hat sich mit jedem neuen Datensammelparagraphen gezeigt, dass überall, wo der Staat Daten erhebt, diese Daten Begehrlichkeiten von Überwachungsbehörden wecken. Selbst wenn der direkte Zugriff von Polizei und Geheimdiensten vorerst ausgeschlossen ist, wird erfahrungsgemäß einige Jahre später die Gesetzeslage so verschärft, dass Behörden Zugriff auf diese Daten erhalten und sie aktiv nutzen können. Deshalb: Lasst euch schnellst möglich einen Termin beim zuständigen Amt geben! Wenn ihr vor August einen neuen Personalausweis beantragt, könnt ihr der Pflicht für einige Jahre entgehen. Bei den Einwohnermeldeämtern muss sich aktuell auf Wartezeiten für einen Termin von 2-3 Monaten eingestellt werden. Es bleibt also keine Zeit zu verlieren! Lasst uns dem Staat nicht unsere Daten schenken! Die Geschichte wiederholt sich: Biometrische Ausweisfotos, die anfangs auch nur zur Authentifikation der Ausweise dienen sollten, werden mittlerweile bei gesichtserkennenden Kameras eingesetzt! Berichtet euren Genoss*innen und Freund*innen davon! Bleibt hartnäckig, bis sie sich um eine Neubeantragung kümmern! Gebt dem Staat keine Gelegenheiten, unsere Strukturen auszuspähen und zu kriminalisieren!