Nicht von dieser Welt

„Nur wenn in den Konstruktionsmechanismen der Höhenidentität zugleich die Kontingenz dieser Konstruktion impliziert ist, ist der Gedanke der „Konstruiertheit“ per se nützlich für das politische Projekt, den Horizont möglicher Konfigurationen der Höhenidentität zu erweitern.“

Der intergalaktische Korrespondent der Prolos, Maximus Galakticus, befindet sich derzeit auf dem Planeten Terra Secondo. Von dort berichtet er uns über die philosophische Entwicklung der Gesellschaft auf dem Planeten.

Die Gesetze der Gravitation sind auf unserem Planeten weitgehendst bekannt und anerkannt. Die Erdanziehungskräfte bewirken, dass wir uns nicht alle in den Weltraum verflüchtigen und der Apfel meist nicht weit vom Stamm fällt. Sie ist der Grund, warum es für uns ein „oben“ und ein „unten“ gibt.

Die Menschheit hat gelernt mit der Schwerkraft zu leben. Es gibt Sportarten mit dem Ziel durch Muskelkraft die Erdanziehung zeitweise zu überwinden (Hochsprung) und Freizeitbeschäftigungen, die sich die Erdanziehung zunutze machen, indem man sich in schwindelnde Tiefen stürzt und der Aufprall durch ein Gummiseil verhindert wird (Bungee-Jumping).

Geeignete Körper die senkrecht „stehen“ (90°) sind statisch stabil, wenn nicht eine externe Kraft auf sie einwirkt. Körper die horizontal „liegen“ ebenfalls. Körper die eine Neigung aufweisen werden, je nach Neigungsgrad, immer instabiler. Ab einem gewissen Neigungsgrad fallen sie um. Schon ab einer geringen Abweichung von der Senkrechten beginnt die Instabilität. Es ist also ein qualitativer Unterschied zwischen einem 90° Winkel und einer 89° Neigung, obwohl die Quantität gering ist. Dasselbe gilt für die Horizontale. Auf einer Ebene mit einem „Gefälle“ von 0° würde eine Kugel im Ruhezustand verharren. Ist das Gefälle > 0 setzt sie sich in Bewegung (sofern sie ihre Trägheit überwinden kann). Dasselbe gilt für Wasser. Diese Tatsache macht man sich im Straßen-, Platz- und Wegebau zunutze. Flächen werden dort mit einem Gefälle von mindesten 1,5° versehen, damit das Wasser abfließt. Es besteht also ebenfalls ein qualitativer Unterschied zwischen 0° und > 0°. Umgekehrt macht es keinen Sinn das Gefälle zu steil einzubauen, weil die Fläche sich dann nicht mehr zum Abstellen von Dingen eignet. Auch hier schlägt die Quantität irgendwann in Qualität um. Diese Tatsache ist allen Bauschaffenden bewusst, weswegen Messgeräte wie Wasserwaage, Winkelmesser oder Kreuzlinienlaser unerlässliche Werkzeuge auf jeder Baustelle sind.

Aber auch der Alltagsmensch hat aus der Erfahrung heraus eine Kenntnis von diesen Gegebenheiten. In der Praxis macht es keinen Sinn wertvolle Vasen auf stark geneigten Flächen (Schrägen) abzustellen.

Ohne genaue Kenntnis der Newtonschen Physik, der Einsteinschen Relativitätstheorie oder gar der Quantenfeldtheorie ist es den meisten Menschen möglich die herrschenden Naturgesetze in ihren Auswirkungen in tauglicher Weise zu erkennen und täglich anzuwenden. Die praktische Erfahrung verfeinert sich durch theoretisches Wissen so, dass es der Menschheit heute möglich ist komplizierteste Konstruktionen zu errichten und unter Anwendung der Naturgesetze diese scheinbar zu überwinden (stählerne Flugzeuge kreuzen den Himmel).

Diese Tatsachen sind auf unserem schönen Planeten Erde relativ unbestritten, weil täglich gelebte Praxis.

Anders auf dem weit entfernten Planeten Terra Secondo, der mit unserm natürlich nicht das Geringste zu tun hat, obwohl dort weitgehendst die gleichen Naturgesetze herrschen. Dort hat sich schon in der Frühzeit der Zivilisation der dortigen Lebewesen die Religion des sogenannte Spitzoismus gebildet. Der Spitzoismus besagt im Kern, dass alles Hohe gut ist und alles Niedere schlecht. Ihr Gott, das höchste Wesen, lebt in allem was hoch ist. In den Bergen, hinter den Wolken, in den Wipfeln der Bäume. Das verachtungswürdige „Niedrigste Wesen“ haust in den Wasserlöchern, den Höhlen, den Gebirgstälern. Deshalb sind die, die in den Bergen wohnen, die Edlen und die, welche die Ebenen bevölkern, die Elenden. Weil die Edlen Gott nahe sind, sind sie zum Herrschen geboren und die Niederen sind da, um ihnen zu dienen. So war es jahrtausendelang Gesetz auf Terra Secondo.

Doch das Wissen um die Wirklichkeit der Dinge entwickelt sich auch auf dem Planeten Terra Secondo und man erkannte, dass in den Bergen, hinter den Wolken und in den Wipfeln der Bäume kein Gott anzutreffen war. Die Geistesbewegung der sogenannte „Erkenntnis“ brachte die alte Ordnung ins Wanken und delegitimierte das alte Herrschaftssystem. Die Unteren (ein Bündnis aus Niederländern und Angehörigen der Mittelgebirge), durch die Erkenntnis entfesselt, übernahmen die Macht.

Doch das jahrtausendealte Denken war so leicht nicht zu besiegen. Das Denken, dass das Obere gut und das Untere schlecht ist, legte sein religiöses Gewandt ab und kleidete sich in eine „Wissenschaftlichkeit“ die als Theorie der Niveauismus bekannt wurden. Mit allerlei „wissenschaftlichen“ Taschenspielertricks versuchte der Niveauismus zu beweisen, dass die Bergvölker von Natur aus besser waren als die Niederländer. Damit wurde weiter die Macht der Bergvölker und die Ausbeutung der Niederländer begründet.

Die Mittelgebirgler jedoch entwickelten eine eigene Ideologie, den Egoismus, die im individuellen Streben nach Glück und der hemmungslosen Ausbeutung der anderen die Erfüllung des Lebens sah. (Später wurde diese weiterentwickelt zum Neoegoismus, mit der Option ganze Völker ins Unglück zu stürzen, wenn es nur zum eigenen Vorteil gereicht.) Dazu kam ihnen der Niveauismus grade recht um die Niederländer zu deklassieren und, je nach Höhenniveau, nochmal zu spalten, denn selbst große Teile der Niederländer hatten das Denken des Niveauismus verinnerlicht und blickten voller Verachtung auf diejenigen, die noch niedriger lebten als sie.

Dennoch war der Damm gebrochen. In den Niederlanden traten Denker und Revolutionäre auf, welche die Theorie des Niveauismus widerlegten, die prinzipielle Gleichberechtigung aller Individuen proklamierten und die Anhänger des Niveauismus in arge Bedrängnis brachten. Der Egalitarismus gewann immer mehr Anhänger in den unteren Massen.

Dem war mit plumpen Niveauismus und Egoismus nicht beizukommen.

Da die „Oberen 10.000“ nach wie vor die Macht über die Bildungseinrichtungen hatten änderten sie ihre Taktik und nutzte scheinbar liberale philosophische und soziologische Modelle um die unteren Massen zu verwirren.

Dazu kam ihnen die Denkschule des Imaginationismus gerade recht. Der Imaginationismus besagt, dass die Welt als solche nur in unseren Gedanken Wirklichkeit wird, dass sich das Sein allein aus dem Bewusstsein ableitet. Den Begrifflichkeiten, und nicht den Dingen, allein Wahrheit zukommt. Sie stellten endlich die Welt von den Füßen auf den Kopf. Der Egosensualismus wiederum stellt das subjektive Empfinden über die objektive Wahrheit. Nicht den Dingen an sich kommt Wirklichkeit zu, sondern wie wir sie empfinden. Die Möglichkeit die Wahrheit zu erkennen stellt der Vagismus grundsätzlich in Frage. Manche behaupten weiter, dass es eine objektive Wahrheit nicht gäbe.

Diese Ideen beseelen die sogenannte Supramodisten und ihre Kritik am Modismus, welcher tatsächlich eklatante Schattenseiten hatte und durch das Wirtschaftssystem des Egoismus zu einer Geisel aller Lebewesen auf Terra Secondo geworden ist. Diese Supramodisten geben sich superkritisch und antiautoritär indem sie „starre Ideologien“ ablehnen, „hierarchische Kategorien“ abbauen, „tradierte Verhaltensmuster hinterfragen“ und „Schubladendenken“ bekämpfen wollen. Sie fordern „Ambivalenz und Uneindeutigkeit“ in den „Überlegungen und Schlussfolgerungen“, wollen „ergebnis- und deutungsoffen“ arbeiten, „Handlungsspielräume eröffnen“, zu einer „produktiven Verunsicherung“ beitragen und „verstören“. Dadurch ergäben sich „zahlreiche Konstellationen“ und „ermöglichen vielfältiges, variables Handeln“. Verstörend mindestens.

All diese Worthülsen verströmen so viel liberalen Geist, dass sie von den jungen Studierenden begierig aufgesogen werden und alle sich beeilen in diesem Duktus Erlerntes nachzuplappern, um sich als weltoffener, kritischer Freigeist publikumswirksam zu produzieren.

Die Ideen des Imaginationismus und Egosensualismus verleiten die Blablaisten in ihrer Hybris zu der Behauptung, allein durch Veränderung der Sprache könne eine andere Wirklichkeit geschaffen werden. Alle „Kategorisierungen“ sind lediglich „konstruiert“ und können demnach auch wieder beliebig „dekonstruiert“ werden. Für die Anhänger des Vagismus sind alle Dinge nur „graduell“ verschieden. Die Möglichkeit des Umschlags von Quantität in Qualität scheint sich ihnen nicht zu erschließen.

Allein in der Veränderung der Sprache sehen die Blablaisten das Allheilmittel zur Veränderung der Verhältnisse. Das ist bequem, denn so muss man sich nicht mehr im aufreibenden Massenkampf abmühen und kann die Welt einfach von der Studierstube aus verbessern. Die „Oberen 10.000“ nahmen dies dankbar zu Kenntnis und ließen den Verfechtern dieser Lehren demzufolge auch gutdotierte Lehrstühle an den neu entstehenden Bildungsstätten zukommen. Von diesen sind jedoch viele eingestürzt, weil die fortschrittlichen Professoren im Bündnis mit verbalradikalen Studierenden, ganz im Sinne des Vagismus, erfolgreich die Verwendung von Wasserwaagen beim Bau der Lehrgebäude verhindert haben. „Die Wasserwaage ist ein Symbol von Zuschreibungen und konstruierten Eindeutigkeiten, die“, so ein Kommuniqué, „nicht zugelassen werden darf und aufs Schärfste bekämpft werden muss.“ Überhaupt seien die Worte „Waagrechte“ und „Senkrechte“ fortan geächtet, weil es eine „absolute“ Senkrechte oder Waagrechte nicht gäbe, sich viel mehr alles in der „relativen Schräge“ befände. Die Worte „oben“ und „unten“ als auch „hoch“ und „tief“ seien niveauistisch, letztlich seien alle „kategorischen Eindeutigkeiten“ sprachlich durch „mittele“ zu ersetzen, so die Flugschrift weiter. Was „oben“ und „unten“ sei könne jeder auf Terra Secondo Lebende individuell für sich selber bestimmen. Der „Dualismus der Schwerkraft“, die auf Terra Secondo genauso wirksam ist wie auf der Erde, sei „nur konstruiert um die Höhenhierarchie zu naturalisieren und die Unterwerfungsverhältnisse zu manifestieren.“ Alles sei nur eine Verschwörung „grauer, verfallender Gestalten“.

Derlei Flugschriften erreichten jedoch nie die unteren Ebenen. Sätze wie: „Nur wenn in den Konstruktionsmechanismen der Höhenidentität zugleich die Kontingenz dieser Konstruktion impliziert ist, ist der Gedanke der „Konstruiertheit“ per se nützlich für das politische Projekt, den Horizont möglicher Konfigurationen der Höhenidentität zu erweitern.“, wurden selbst von den Anhängern dieser Theorien selten gelesen, geschweige denn verstanden.

So kam es, dass auf Terra Secondo allen Widernissen zum Trotz, nach wie vor Gebäude mit der notwendigen Standfestigkeit entstanden.

Wenn die Begrifflichkeiten verschwänden, so der gutgemeinte Vorschlag der Blablaisten, verschwänden auch Niveauismus und Massenkampf, weil sie schlichtweg unaussprechlich geworden wären. Der Erfolg der Kampagne war daran abzulesen, dass die Studierten und Bessergestellten von Terra Secondo schließlich nicht mehr wussten wo oben und unten war. Die unteren Massen jedoch drückte die Wirklichkeit der Verhältnisse derart, dass sie sich keine Sekunde ihres beschissenen Lebens Illusionen über ihre Lage machten. Auch die „Oberen 10.000“ vergaßen keinen Moment welche Verhältnisse ihnen, ihre „ungeheure Leichtigkeit des Seins“ bescherte.

Ein gebäudeherstellendes Wesen resümiert:

Da hat man jahrelang Abgaben gezahlt, damit andere studieren können und dann muss man feststellen, dass die oben und unten nicht unterscheiden können.“

Dass auch vom Massenkampf nicht mehr zu sprechen war, begeisterte die „Oberen 10.000“ so, dass sie die Subventionen für die Bildungseinrichtung, die derartige Gelehrigkeit an den Tag legten, noch einmal erhöhten.

Die Beschenkten hatten nun genug Muse sich ihrerseits mannigfaltige Euphemismen auszudenken „um die bestehenden schlechten Verhältnisse zu verbessern“. Hatte jemand Schaden an Körper oder Geist, so war er einfach „anders talent“. Sozial Unterprivilegierte waren „Opfer von Massismus“. Den Übeln beizukommen wäre mit „Konkurrenzgleichheit“ und „Dabeisein“ – in Verhältnissen, die gleiche Chancen und allgemeines Teilhaben von vornherein ausschlossen (wegen Egoismus und so). Und die wichtigste Frage sowieso wäre, wo man da „dabei ist“ und ob dies überhaupt erstrebenswert ist. Aber Hauptsache „schönreden“.

Und wo von unten und oben nicht zu sprechen ist, da ist auch kein Massenkampf. Ganz im Sinne der „Oberen 10.000“ auf Terra Secondo (die man als solche sowieso nicht mehr benennen konnte, wg. „zu knapper Kritik“ und weil sowieso alle „mittele“ sind).

Und wenn es die Anhänger des Egalitarismus nicht schaffen die Nebelschwaden zu vertreiben, dann leben die Bewohner auf Terra Secondo hirntot weiter bis ans Ende ihrer Tage.

Zum Glück herrschen auf dem Planet Erde ganz andere Verhältnisse. Dank der Gravitation wissen wir natürlich alle wo oben und unten ist.

Johanna:

Und es sind zwei Sprachen oben und unten

Und zwei Maße zu messen

Und was Menschengesicht trägt

Kennt sich nicht mehr. (…)

Die aber unten sind, werden unten gehalten

Damit die oben sind, oben bleiben.

Bertolt Brecht, „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“

 

Zuerst erschienen im Autonomie Magazin

drucken | 17. Mai 2021 | Prolos

Terminkalender

Freitag, 18.06.2021

Solidarität International!

Heute wurde in Izmir (Westtürkei) ein HDP Büro angegriffen und in Brand gesteckt. Der Attentäter kämpfte nicht nur in Syrien für die Türkei sondern hat auch Kontakte zum Türkischen Militär / Geheimdienst. Während des Angriff nahm er eine anwesende Frau als Geisel. Als die Polizei antraf, exekutierte er sie. Anschließend wurde er freundschaftlich & friedlich von der Polizei abtransportiert.

Aufgrund dieses faschistischen Femizid gehen wir morgen auf die Straße: 18 Uhr Hallplatz

https://anfdeutsch.com/aktuelles/bewaffneter-anschlag-auf-hdp-zentrale-in-izmir-ein-toter-26804

Weitersagen und vorbeikommen.  

Unabhängig davon lädt das Medya Volkshaus (MVH) für diesen Sonntag, 20.06.2021 ab 14 Uhr zum Grillen in seinen Räumlichkeiten ein. Nach den kürzlich erfolgten Razzien gegen die kurdische Freiheitsbewegung soll ein Zeichen der gemeinsamen Solidarität gesetzt werden.

Wir sagen daher: Alle Zusammen Gegen Repression & Faschismus.

   
Samstag, 19.06.2021

Kundgebung wegen faschistischem Tötungsversuch in Freiburg

Kundgebung | Willy Brandt Platz Nürnberg (AfD Büro) | 19.06.2021 | 17:00 Uhr Am 12. Juni 2021 ereignete sich in Freiburg eine bewaffnete Attacke auf Antifaschisten, sowie hinzukommende PassantInnen durch einen Freiburger AfD-Politiker. Deshalb rufen wir dazu auf, zur Kundgebung vor das Büro der Nürnberger AfD zu kommen. Dieser Fall ist keine Ausnahme, sondern ein weiterer Rechter zog Konsequenzen aus der Hetze, welche tagtäglich von der AfD und anderen Rechtsradikalen verbreitet wird. Motiviert von ausbleibender Verfolgung durch Polizei und Justiz. Am Nachmittag des 12.6. erkannten zwei junge Antifaschisten den Freiburger AfDler Robert H., welcher sich in der Vergangenheit des Öfteren an „Querdenker“-Veranstaltungen beteiligte, und beschimpften diesen als Faschisten. H. griff daraufhin die Beiden mit Pfeffergel an. Nach dieser Attacke wollten die Antifas flüchten, H. setzte ihnen jedoch nach. Ein vorbeifahrender Unbeteiligter 61-jähriger hielt an, um erste Hilfe zu leisten und den Rechten davon abzuhalten die Jugendlichen weiter zu verfolgen. Der AfD-Mann zog daraufhin ein Messer, stach auf den couragierten Mann ein und griff seine Beifahrerin ebenfalls mit Pfeffergel an. Entgegen den ersten Befürchtungen waren die Verletzungen des Ersthelfers nicht lebensgefährlich. Nachdem er in einer Klinik versorgt worden war, konnte er diese wieder verlassen. Der Faschist kam wieder auf freien Fuß und bedrohte zusammen mit einem weiteren Rechten ZeugInnen und PassantInnen am Tatort. Die Polizei und einzelne Medien versuchen den Tötungsversuch im Nachhinein zu entpolitisieren. AntifaschistInnen sind im Gegensatz zur Polizei aktiv geworden und haben H. umgehend in seiner Nachbarschaft von geouted Artikel der Autonomen Antifa Freiburg zum Vorfall und zum Umgang der Polizei damit. Kommt zur Kundgebung. Setzen wir ein Zeichen gegen rechte Gewalt und für antifaschistischen Selbstschutz!  
Samstag, 19.06.2021

Öffnet den Bolzplatz in der Austraße jetzt sofort! Kundgebung am Samstag, den 19. Juni ab 13 Uhr

Wir brauchen unsere Plätze, Parks und Freiflächen jetzt mehr denn je! Kinder und Jugendliche aus ArbeiterInnenvierteln haben so und so schon weniger Raum zur Verfügung als die aus den Reichenvierteln. Wenn die Stadt Nürnberg uns aber auch noch während einer Pandemie diese wenigen Plätze zu sperrt und wegnimmt, zeigen die Verantwortlichen von SPD und CSU ganz offen, wie egal ihnen unsere Interessen und Bedürfnisse sind! Das lassen wir uns nicht gefallen! Wir machen Druck, schließen uns zusammen und zeigen den Verantwortlichen gemeinsam die rote Karte! An die Adresse der Stadt: Öffnet den Platz sofort – wir können auch ohne Weichboden kicken – renoviert ihn im Winter schnell (zur Erklärung, Herr Vogel: das bedeutet NICHT zwei Jahre!), schafft schattige Plätze für ZuschauerInnen und kippt endlich das unsinnige Verbot, das Leuten über 18 Jahren das Spielen auf dem Platz verbietet! Wann? Kommt am Samstag, den 19.06. ab 13 Uhr zum Bolzplatz in der Austraße! Was? Kundgebung, Wassereis, Torwandschießen und Raum für eure Forderungen! Es freuen sich auf euch der Stadtteilclub Reclaim Gostenhof und die organisierte autonomie
Samstag, 19.06.2021

Kundgebung wegen faschistischem Tötungsversuch in Freiburg

Kundgebung | Willy Brandt Platz Nürnberg (AfD Büro) | 19.06.2021 | 17:00 Uhr Am 12. Juni 2021 ereignete sich in Freiburg eine bewaffnete Attacke auf Antifaschisten, sowie hinzukommende PassantInnen durch einen Freiburger AfD-Politiker. Deshalb rufen wir dazu auf, zur Kundgebung vor das Büro der Nürnberger AfD zu kommen. Dieser Fall ist keine Ausnahme, sondern ein weiterer Rechter zog Konsequenzen aus der Hetze, welche tagtäglich von der AfD und anderen Rechtsradikalen verbreitet wird. Motiviert von ausbleibender Verfolgung durch Polizei und Justiz. Am Nachmittag des 12.6. erkannten zwei junge Antifaschisten den Freiburger AfDler Robert H., welcher sich in der Vergangenheit des Öfteren an „Querdenker“-Veranstaltungen beteiligte, und beschimpften diesen als Faschisten. H. griff daraufhin die Beiden mit Pfeffergel an. Nach dieser Attacke wollten die Antifas flüchten, H. setzte ihnen jedoch nach. Ein vorbeifahrender Unbeteiligter 61-jähriger hielt an, um erste Hilfe zu leisten und den Rechten davon abzuhalten die Jugendlichen weiter zu verfolgen. Der AfD-Mann zog daraufhin ein Messer, stach auf den couragierten Mann ein und griff seine Beifahrerin ebenfalls mit Pfeffergel an. Entgegen den ersten Befürchtungen waren die Verletzungen des Ersthelfers nicht lebensgefährlich. Nachdem er in einer Klinik versorgt worden war, konnte er diese wieder verlassen. Der Faschist kam wieder auf freien Fuß und bedrohte zusammen mit einem weiteren Rechten ZeugInnen und PassantInnen am Tatort. Die Polizei und einzelne Medien versuchen den Tötungsversuch im Nachhinein zu entpolitisieren. AntifaschistInnen sind im Gegensatz zur Polizei aktiv geworden und haben H. umgehend in seiner Nachbarschaft von geouted Artikel der Autonomen Antifa Freiburg zum Vorfall und zum Umgang der Polizei damit. Kommt zur Kundgebung. Setzen wir ein Zeichen gegen rechte Gewalt und für antifaschistischen Selbstschutz!  
Sonntag, 20.06.2021

Solidarität International!

Heute wurde in Izmir (Westtürkei) ein HDP Büro angegriffen und in Brand gesteckt. Der Attentäter kämpfte nicht nur in Syrien für die Türkei sondern hat auch Kontakte zum Türkischen Militär / Geheimdienst. Während des Angriff nahm er eine anwesende Frau als Geisel. Als die Polizei antraf, exekutierte er sie. Anschließend wurde er freundschaftlich & friedlich von der Polizei abtransportiert.

Aufgrund dieses faschistischen Femizid gehen wir morgen auf die Straße: 18 Uhr Hallplatz

https://anfdeutsch.com/aktuelles/bewaffneter-anschlag-auf-hdp-zentrale-in-izmir-ein-toter-26804

Weitersagen und vorbeikommen.  

Unabhängig davon lädt das Medya Volkshaus (MVH) für diesen Sonntag, 20.06.2021 ab 14 Uhr zum Grillen in seinen Räumlichkeiten ein. Nach den kürzlich erfolgten Razzien gegen die kurdische Freiheitsbewegung soll ein Zeichen der gemeinsamen Solidarität gesetzt werden.

Wir sagen daher: Alle Zusammen Gegen Repression & Faschismus.

   
Mittwoch, 14.07.2021

Radio Revolution im Juni 2021

Die Juniausgabe ist online! https://www.mixcloud.com/RadioRevolutionNBG/sendung-radio-revolution-juni-2021/ Im Herbst 2019 berichtete Radio Revolution bereits von einer Wanderung der Antifa-Aktionskneipe zum KZ-Außenlager in Hersbruck und den Doggerstollen. Das Wetter wird endlich besser und bietet sich daher an, einen Ausflug in die Hersbrucker Schweiz mit Geschichte über Vernichtung und brutaler Ausbeutung zu verbinden. Am 9.Juni 2005 wurde İsmail Yaşar in der Scharrerstraße vom NSU ermordet. Anlässlich dieser traurigen Jährung gibt es eine Wiederholung des Beitrags über die Kontinuität rechten Terrors in Mittelfranken. Darüber hinaus könnt ihr die Shortnews und passende Musik hören! Die nächste Sendung könnt Ihr wieder am 14. Juli im Stoffwechsel auf Radio Z 95,8Mhz hören. Radio Revolution läuft am 2. Mittwoch im Monat zwischen 17 und 18 Uhr. Vergangene Sendungen könnt ihr euch auf https://www.mixcloud.com/RadioRevolutionNBG/ anhören.
Montag, 02.08.2021

Personalausweis neu beantragen, jetzt!

Ab dem 02.08.2021 werden verpflichtend beim Beantragen eines Personalausweises Abdrücke beider Zeigefinger auf dem Chip des Ausweises gespeichert. Diese werden vorerst noch nicht zentral gespeichert. Dennoch bedeutet dies, dass ab August der Zugriff auf den Personalausweis genügt, um an unsere Fingerabdrücke zu gelangen. Es ist nicht auszuschließen, dass bereits vorher Fingerabdruckdaten von Aktiven an Überwachungsbehörden weitergegeben werden. Wir alle hinterlassen überall und dauernd Fingerabdrücke. Man kann sich leicht vorstellen, wie der Staat dies zur Begründung für weitere Ermittlungen heranziehen wird und auch welche Überwachungsmöglichkeiten sich hieraus ergeben. In der Vergangenheit hat sich mit jedem neuen Datensammelparagraphen gezeigt, dass überall, wo der Staat Daten erhebt, diese Daten Begehrlichkeiten von Überwachungsbehörden wecken. Selbst wenn der direkte Zugriff von Polizei und Geheimdiensten vorerst ausgeschlossen ist, wird erfahrungsgemäß einige Jahre später die Gesetzeslage so verschärft, dass Behörden Zugriff auf diese Daten erhalten und sie aktiv nutzen können. Deshalb: Lasst euch schnellst möglich einen Termin beim zuständigen Amt geben! Wenn ihr vor August einen neuen Personalausweis beantragt, könnt ihr der Pflicht für einige Jahre entgehen. Bei den Einwohnermeldeämtern muss sich aktuell auf Wartezeiten für einen Termin von 2-3 Monaten eingestellt werden. Es bleibt also keine Zeit zu verlieren! Lasst uns dem Staat nicht unsere Daten schenken! Die Geschichte wiederholt sich: Biometrische Ausweisfotos, die anfangs auch nur zur Authentifikation der Ausweise dienen sollten, werden mittlerweile bei gesichtserkennenden Kameras eingesetzt! Berichtet euren Genoss*innen und Freund*innen davon! Bleibt hartnäckig, bis sie sich um eine Neubeantragung kümmern! Gebt dem Staat keine Gelegenheiten, unsere Strukturen auszuspähen und zu kriminalisieren!