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Antifa-Aktionskneipe im Juli 2020

Film: „Contrahistoria – Geschichte von unten“

16.7.2021 | 19:00 Uhr offenes Antifatreffen | 20:30 Uhr Film und Volksküche | Stadtteilladen Schwarze Katze (untere Seitenstrasse 1, NBG)

Um 19:00 Uhr ist wie jeden Monat das offene Antifatreffen. Ihr wollt aktiv werden und mitorganisieren? Kommt vorbei!

Um 20:30 Uhr startet der Film „Contrahistoria – Geschichte von unten“. Contrahistoria ist ein antifaschistischer Dokumentarfilm über faschistische Kontinuität, Repression und soziale Kämpfe in Spanien. Die Dreharbeiten begannen schon im November 2017 zu Carlos Palominos 10. Todestag und wurden 2018 abgeschlossen. Wenige Tage vor Carlos‘ 13. Todestag feierte der Film am 11.11.2020 Premiere. Den Trailer könnt ihr hier ansehen [1].

Mehr Infos über den Film

Auszug aus dem Begleittext vom Left Report Team:

Der Mord an Carlos Palomino

Am 11. November 2007 begab sich der 16-jährige Carlos Palomino gemeinsam mit 200 anderen Antifaschist*innen in die Madrider Metro, um an einem Protest gegen die rechtsradikale Kleinstpartei Democracia Nacional teilzunehmen. Die Antifaschist*innen wurden erwartet. Josué Estébanez de la Hija, ein Militär der königlichen Garde, befand sich bereits in der Metro, als Carlos und seine Genoss*innen einstiegen. Alles ging sehr schnell. Als Carlos etwas bezüglich der Kleidung, dem Pullover einer Nazimarke, des rechten Militärs anmerkte, stach dieser plötzlich mit einem Messer zu. Er zielte direkt auf Carlos‘ Herz. Der junge Antifaschist starb nach wenigen Minuten.
Der Fall erschütterte Antifaschist*innen weltweit.
Seither veranstalten Carlos‘ Familie, Genoss*innen und Freund*innen jedes Jahr eine Gedenkdemonstration. Zu seinem ersten Todestag veröffentlichten sie die Dokumentation „Un año sin ti, un año contigo“, in der sie über den Mord und seine politischen Hintergründe aufklärten und die Trauer und Wut der Hinterbliebenen thematisierten. Sie trugen das Gedenken weit über die Grenzen des Spanischen Staates hinaus und verbanden es mit der Erinnerung an die zahlreichen weiteren Opfer des Faschismus.

Wie ungeahnt ein Film entstand

Zehn Jahre später, am 11. November 2017, kamen wir in Madrid an. Wir hatten das Kamera-Equipment im Gepäck und wollten die Aktionen und die große Gedenkdemonstration zu Carlos‘ zehntem Todestag dokumentieren. Wir planten, die Genoss*innen um ein kurzes Interview zu dem Mordfall zu bitten und Eindrücke von der Demonstration sammeln.

Madrider Antifaschist*innen hatten eine beeindruckende mehrtägige Gedenkkonferenz mit Diskussions- und Infoveranstaltungen organisiert, bei denen unter anderem die Eltern von Clément Méric, Davide „Dax“ Cesare, Carlo Guiliani und Carlos Palomino sprachen und auf der wir einige Aufnahmen anfertigen wollten. Vor Ort waren wir überrascht davon, wie viele Genoss*innen auf uns zukamen oder uns vorgestellt wurden, um uns Interviews zu geben.

Zurück in Berlin, als wir das Material sichteten, wurde schnell klar, dass wir das wertvolle Wissen und die interessanten Analysen der Antifaschist*innen anderen zugänglich machen wollten und aus dem ursprünglich geplanten Videoclip ein Film werden müsste.

Wir reisten 2018 ein zweites Mal nach Madrid, um weitere Interviews zu spezifischeren Themen zu führen. Unser Ziel war nun, das katastrophal undemokratische und repressive Vorgehen des Spanischen Staates gegen emanzipatorische linke Bewegungen und Gruppen aufzuzeigen und uns auf die Suche nach seinen Ursprüngen im Franquismus und Post-Faschismus zu begeben.

Eine Geschichte von unten

Während Spanien den westlichen Demokratien im Allgemeinen als ein Land gilt, das erfolgreich den Faschismus überwunden hat und vollständig demokratisiert ist, zeichneten uns die Genoss*innen, mit denen wir sprachen, ein konträres Bild. Wir hatten die Möglichkeit, mit vielen kundigen, erfahrenen und integren Aktivist*innen und Personen aus der Arbeiter*innenklasse zu sprechen: darunter Elena, die Mutter von Alfon, dessen Fall einigen aus der „Alfon Libertad“-Kampagne bekannt sein dürfte, das Colectivo Contrahistoria, das kritische Geschichtsaufarbeitung betreibt, Genoss*innen der Coordinadora Antifascista de Madrid, die sich dem praktischen Kampf gegen institutionellen Faschismus und Neonazismus widmet und eine ehemalige Guerillera der in den 70ern aktiven GRAPO.

In ihren kritischen Analysen zeigten unsere Gesprächspartner*innen auf, wie sich die faschistische Kontinuität in diesem Land vom Ende des Bürgerkriegs über die Franco-Diktatur und die Transición bis in die heutige Zeit fortsetzt. Sie kontextualisierten die zahlreichen Nazi-Morde der vergangenen Jahre, den Aufstieg neuer rechter Kräfte in Spanien und die massive Repression gegen Linke und erzählten von ihrer Sicht auf antifaschistische Kämpfe und Internationalismus.

https://leftreport.org/contrahistoria/ [2]

Infos über die Antifa-Aktionskneipe

Youtube [3] | Instagram [4] | antifaak161 (äääät) riseup.net

 

Was macht die Antifa Aktionskneipe?

Beispiele: Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen [5] / Antifa-Stadtrundgang  [6]/ Aktion gegen AfD Landtagswahlstand [7] / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ [8] / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo [9] / Aktion zum TagX NSU-Prozess [10] / Aktion gegen CSU Parteitag [11] / Aktion gegen AfD-Infostand [12] / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot [13] / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside [14]

Was ist die Antifa Aktionskneipe:

Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung.
Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit.
Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe!

Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!