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Was tun gegen patriarchale Gewalt? Was tun!

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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen || 17:00 Uhr || Kornmarkt || Kundgebung

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter aber in den meisten Fällen ist der Täter eben nicht der große Unbekannte im Park sondern befindet sich im engsten Umfeld der Frau – Ehemann, Ex-Partner, Onkel… Und somit auch nicht selten in der eigenen Wohnung. Vor allem zu einer Zeit, in der die eigenen vier Wände Sicherheit vor Corona bieten sollten, mussten viele Frauen und Kinder noch einmal verstärkt erfahren, wie sich diese Wände in einen gefährlichen Ort verwandeln. Krisenlasten, Kurzarbeit, Zukunftsängste, finanzielle Sorgen gepaart mit einer patriarchalen Gesellschaft ist eine giftige Mischung. In unserem Stadtteil stehen wir uns bei vielen Sachen solidarisch bei: egal ob Nachbarschaftshilfe im Lockdown oder Solidarisierung bei Polizeischikanen. Was aber können wir alle tun wenn wir selbst Gewalt erleben oder Gewalt in unserer Nachbarschaft mitbekommen?

Du bekommst patriarchale Gewalt auf der Straße mit:
Das wichtigste: Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache! Sie geht uns alle an! Was du genau tust, hängt natürlich davon ab, was du dir selbst zutraust, ob du alleine bist oder ob die Straße gerade belebt ist. Laut werden, andere ansprechen, sich mit einschalten oder selbst dazwischen gehen; all das zeigt der Betroffenen Solidarität und ermöglicht ihr, entweder aus der Situation raus zu gehen oder – noch besser – gegenüber dem Täter wieder handlungsfähig zu werden.
Schaffen wir solidarische Viertel, in denen Gewalt gegen Frauen keine Chance hat!

Du bekommst patriarchale Gewalt in deiner Nachbarschaft mit:
Auch hier ist Handeln angesagt! Da man im eigenen Haus selbst täglich mit dem potentiellen Täter konfrontiert ist, ist die Hemmschwelle zur Einmischung oft deutlich höher. Auch hier hängt natürlich viel davon ab, was du dir zutraust und vor allem, wie gut die Hausgemeinschaft ist. Sprich deinen Verdacht bei der potentiell Betroffenen ruhig offen an. Signalisiere deine Solidarität. Ist die Situation eindeutig, sprich mit NachbarInnen, schließt euch zusammen und überlegt, wie ihr vorgehen könnt. Wichtig ist, dass die Frau in der Situation wieder handlungsfähig werden kann oder zumindest aus der Situation raus kommen kann. Aber: Die meisten werden es nicht sofort tun. Viele Frauen nehmen Gewalt lange hin bevor sie sich trennen. Finanzielle wie emotionale Abhängigkeiten spielen hierbei eine große Rolle. Für etliche Frauen bedeutet eine Trennung, ein Leben als Alleinerziehende in Armut. Denn männliche Gewalt ist nur ein Teil der Medaille; der andere ist die ökonomische Abhängigkeit, die Frauen durch mehrheitlich mies bezahlte, unsichere Niedriglohnjobs in Ketten legt.

Lasst uns diese unsichtbaren aber erdrückenden Ketten sprengen!
Ein solidarisches, widerständiges Viertel ist ein wichtiger Schritt auf den Weg in eine andere Gesellschaft. Wir wollen eine Gesellschaft, in der die Konzerne und die Häuser vergesellschaftet sind – also in den Händen derer, die in den Konzernen arbeiten und die Häuser bewohnen. Auch die Arbeiten, die mehrheitlich Frauen unbezahlt und ungesehen übernehmen – Kinder erziehen, kochen, für Alte und Kranke sorgen…- all das muss auch vergesellschaftet – also von allen gemacht werden. Und somit vergesellschaften wir auch auch den Umgang mit Gewalt gegen Frauen und Kinder – das ist niemals Privatsache. Wir werden gemeinsam mit ihr umgehen, wir werden sie wo immer es geht unterbinden, wir werden sie sozial ächten und aktiv bekämpfen. Am 25.11., den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, gehen wir zusammen auf die Straße um patriarchaler Gewalt in all ihren Facetten eine klare Absage zu erteilen. Kommt alle um 17 Uhr zum Kornmarkt zur Kundgebung des 8. März Bündnis Nürnberg.