Antifaschistische Gegendemonstration am 19.12. um 13 Uhr

Rechten Hetzern entgegentreten – Für eine antikapitalistische Perspektive auf Krise und Pandemie

  • Am 19. Dezember auf die Straße – Treten wir gemeinsam der AfD entgegen 
  • Gegen reaktionäre Hetze, nie wieder Faschismus heißt nie wieder AfD 
  • Gegen rechte Verschwörungsmythen und gegen autoritäre staatliche Pandemie-Bekämpfungsmaßnahmen – für eine solidarische, antikapitalistische Alternative 
  • Gegen Privateigentum, egal ob Impfstoff oder Fabrik – für eine kollektivierte Wirtschaft 
  • Auftakt unserer antifaschistischen Demonstration: 13 Uhr Nürnberg Plärrer, Ecke Gostenhofer Hauptstraße, von dort laufen wir gemeinsam zur Kundgebung von Bündnis Nazistopp  – Änderungen sind möglich – achtet auf aktuelle Ankündigungen!

Schulterschlussversuch zwischen AfD und „Corona-Rebellen“

Am 19. Dezember will die extrem rechte Alternative für Deutschland (AfD) in Nürnberg demonstrieren. Unter Facebook-Postings die „Einigkeit – Recht – Freiheit – Keine Spaltun2G Kein Impfzwang“ verkünden, mobilisieren die Rechten für 14 Uhr nach Nürnberg. Die Ironie, dass eine Partei, die bekannt dafür ist gesellschaftliche Spaltungslinien wie Mann/Frau oder auch Deutsch/Nicht-Deutsch zu befeuern, sich nun gegen „Spaltun2G“ stark macht, ist kaum zu übertreffen.

Außerdem gibt man sich zutiefst demokratisch, so verkündet etwa der Bezirksvorsitzende der AfD Bayern, dass man genauso wie die eigenen Eltern, Großeltern und Urgroßeltern (welche Aktionen der Urgroßeltern da wohl gemeint sind? Ein Schelm wer böses dabei denkt…) für die eigenen Grundrechte einstehen wolle. Freilich ist nicht schwer zu verstehen, dass die NeofaschistInnen der AfD mit ihrer Demonstration direkten Anschluss an das Milieu der CoronaleugnerInnen und MaßnahmenskeptikterInnen suchen möchten, um sich auch auf der Straße wieder repräsentiert zu sehen. Insbesondere mit dem faktischen verschwinden der rassistischen PEGIDA-Bewegung dürfte das ein besonderer Antrieb sein.

Währenddessen wurde vor kurzem mal wieder bekannt, dass in einer Chatgruppe, der der Großteil der bayerischen Landtags- und Bundestagsabgeordneten der extrem rechten Partei angehörten, von Umsturz-Fantasien gefaselt wurde. Hier könnte man Schlüsse ziehen und fragen: Will diese Partei damit rechten Gewalttätern signalisieren, dass sie im Zweifel an ihrer Seite auf der Straße stehen würden?

AfD-Propaganda in faschistischer Tradition 

Diese Wünsche nach einer reaktionären Revolte zeigen deutlich, dass es der AfD mit allem was sie tut, mitnichten darum geht, gerechtfertigte Kritik an einer versagenden Regierung zu formulieren oder gar Verbesserungen für alle zu erreichen. Es geht ihnen darum für ihre völkische, sozialchauvinistische und autoritäre Ideologie zu werben und bei Menschen die, wie vergangene Demos der sogenannten CoronarebellInnen zeigten, keine Berührungsängste mit FaschistInnen haben, weitere Anhänger zu finden. Ob bzw. in welchem Umfang das gelingt, bleibt abzuwarten.

Dabei bleibt die AfD mit diesen Anbiederungsversuchen ihrer Linie treu, sich als Kämpfer für Demokratie und die  „kleinen Leute“ gegen eine korrumpierte Regierung zu inszenieren. Das ist nichts neues, ähnlich „revolutionär“ und „sozial“ gab sich bereits die NSDAP in der Weimarer Republik oder auch die faschistische Bewegung Italiens. Dass die ganze soziale Rhetorik nur Augenwischerei ist, zeigt sich im Programm und am politischen Verhalten der AfD, genauso wie es sich auch bei den historischen faschistischen Bewegungen zeigte. Stets wird nach unten getreten, dafür gestimmt, die jämmerlichen Reste des Sozialstaats weiter abzubauen, gegen gesellschaftlich marginalisierte Menschen wie Geflüchtete, Homosexuelle und andere gehetzt. So sind sie auch als ideologische Stichwortgeber rechter Terroristen, wie derjenigen, die in Halle, Hanau und Kassel mordeten, zu verstehen.

In der Realität ist also kein bisschen mehr davon übrig, für die „kleinen Leute“ einzustehen, statt dessen brutal neoliberale Forderungen, die niemandem dienen außer der kapitalistischen Klasse plus reaktionäre Hetze gegen Minderheiten.  Was für ein Staat zu erwarten wäre, wenn die AfD ihre Umsturz-Fantasien in die Tat umzusetzen in der Lage wäre, kann man sich vorstellen.

Das macht deutlich, die AfD ist mitnichten eine tatsächliche Alternative zum rücksichtslosen kapitalistischen Wirtschaften, sondern steht im Gegenteil für eine noch stärker entfesselte Spielart des gleichen ökonomischen Systems.

Unsere Kritik an der Pandemie-Politik 

Eines ist klar: Die Krise und auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie können unter kapitalistischen Bedingungen nicht solidarisch gelöst werden. Das wird deutlich, wenn man auf die Regierungen kapitalistischer Länder guckt. Sie sind stets bemüht die Pandemie und ihre Folgen zu individualisieren, d.h. Die Verantwortung wird Einzelnen zugespielt, wie zu Beginn etwa den Leuten, die trotz Pandemie ihr gesellschaftliches Leben nicht komplett aufgeben wollten und sich immer noch beispielsweise in Parks trafen. Dabei kam und kommt es immer noch durch autoritäre Maßnahmen zu absurden Gängelungen, die kaum durch den Infektionsschutz begründet werden können, wie zum Beispiel einer allgemeinen Ausgangssperre ab 22:00 Uhr, einer vorgezogenen Sperrstunde in Kultureinrichtungen(das Virus arbeitet wohl vor allem nachts?) und, dass Treffen draußen im Park ebenfalls untersagt sind, während in Privatwohnungen (wie zum aktuellen Zeitpunkt) unbegrenzt gefeiert werden kann. Die bei Verstößen gegen diese Regelungen verhängten Geldbußen treffen Menschen mit weniger Geld besonders empfindlich, da sie sich in keiner Weise am Einkommen orientieren.

Weiter fällt auf, dass die Bundesregierung ohnehin Benachteiligte wie prekär beschäftigte Lohnabhängige, kleine Selbstständige, Erwerbslose, Obdachlose etc. mit ihren durch die Pandemie verstärkten speziellen Problemen weitestgehend allein lässt. Stattdessen werden Milliarden in Großkonzerne gepumpt, Impfpatente nicht angetastet und durch staatlich bezahlte Kurzarbeit Unternehmen sogar noch die Kosten für die Arbeitskraft der Angestellten erstattet. Das oberste Ziel ist klar: Die Marktwirtschaft, also die kapitalistische Reichtumsaneignung muss weiter gehen, koste es was es wolle.

Am 19. Dezember auf die Straße! 

Wir werden das rechte Schauspiel nicht ohne unseren Widerstand über die Bühne gehen lassen. Gemeinsam wollen wir mit allen AntifaschistInnen gegen die rechte Formierung auf der Straße demonstrieren und uns entschlossen der AfD engegenstellen!

Weiter wollen wir nicht nur bei reinen Gegenaktionen stehen bleiben, sondern eine eigene revolutionäre Kritik im Allgemeinen an den bestehenden kapitalistischen Verhältnissen, sowie im konkreten an den stets von den wirtschaftlichen Interessen der Banken und Konzerne getragenen Pandemie-Bekämpfungsmaßnahmen der Bundes- und Landesregierung(en) zum Ausdruck bringen. Uns geht es dabei nicht um Maske tragen, Abstand halten oder medizinisch sinnvolle Impfungen. Uns geht es eben darum, dass wir dafür einstehen, die Kosten der Krise nicht auf die Rücken der einfachen ArbeiterInnen abzuwälzen, dagegen aufzubegehren, dass die Pandemie-Bekämpfung hauptsächlich das „Freizeitleben“ einschränkt und stets darauf bedacht ist, die wirtschaftlichen Abläufe für Großkonzerne am laufen zu halten. Wir stellen uns ebenfalls gegen private Gewinnaneignungen, natürlich auch gegen die besonders Perfide Praxis mit dringend notwendiger gesundheitlicher Versorgung Geld zu verdienen.

Unsere Perspektive ist die einer antikapitalistischen Ordnung, in der nach den Interessen aller gemeinschaftlich produziert wird und in der es keine private Gewinnaneignung gibt. In der jedeR sich nach den eigenen Möglichkeiten in die Gesellschaft einbringt und nach den eigenen Bedürfnissen von der Gesellschaft versorgt wird. Mit dem Kapitalismus ist so etwas nicht möglich, genau so wenig mit FaschistInnen, die letztendlich für noch brutalere Ausbeutung und chauvinistische Unterdrückung stehen.

Am 19. Dezember gemeinsam auf die Straße! 

Gemeinsam gegen rechte Hetze und kapitalistische Krisenlösungsstrategien!

Für eine revolutionäre Perspektive und eine solidarische Antwort auf Pandemie und Krise!  

Unsere antifaschistische Demonstration beginnt um 13 Uhr am Nürnberger Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße!

(Achtung: Ort und Uhrzeit können sich noch Ändern! Achtet auf Aktuelle Ankündigungen auf www.redside.tk)

Eine Initiative der Organisierten Autonomie (OA) und des Antifaschistischen Aktionsbündnis (AAB)

Die Demonstration wird unterstützt von: MC Kuhle Wampe Geyers Schwarzer Haufen (Nbg), Attac Regionalgruppe Nürnberg, Auf der Suche – Anarchistische Gruppe Nürnberg, Prolos, DKP Nürnberg

drucken | 10. Dezember 2021 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Freitag, 20.05.2022

Safe The Date: RASH Bogotá zu Gast

Gleich mal im Kalender notieren: Am 20.5. bekommen wir Besuch aus Kolumbien!! Die Red Anarchists Skinheads (RASH) aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá kommen nach Nürnberg – und zwar in die Desi. Sie werden über die aktuelle politische Situation in Kolumbien berichten
Freitag, 20.05.2022

Besuch aus Kolumbien

Vortrag und Diskussion mit Red and Anarchist Skinheads (RASH) Bogotá Die politische Situation in Kolumbien verschlechterte sich in den vergangenen Jahren weiter. Knapp sechs Jahre, nachdem die linke Guerilla FARC-EP einen Friedensvertrag mit der kolumbianischen Regierung unterzeichnet und ihre Waffen abgegeben hat, wird der Friedensprozess weiter blockiert. Der ultrarechte kolumbianische Präsident Iván Duque hebelte in den vergangenen Jahren schrittweise viele Vereinbarungen der Friedensverträge von Havanna aus. Morde an Aktivist:innen, demobilisierten Ex-Guerillerxs und progressiven Politiker:innen sind nach wie vor an der Tagesordnung. Ein Teil der demobilisierten Guerillerxs nahm den bewaffneten Kampf wieder auf. Andere versuchen über Partei- oder Bewegungspolitik die Friedensverträge von Havanna zu retten. Die Corona-Pandemie seit 2020 stieß die arbeitende Klasse hinab in existentielle Not und Hunger. Dennoch konnte Sie mit massiven Mobilisierungen in den vergangenen zwei Jahren mehrere neoliberale Gesetzesvorhaben der Regierung kippen. Im Jahr 2022 steht Kolumbien vor Präsidentschaftswahlen am 29. Mai. Mit dem Pacto Histórico verbinden weite Teile der kolumbianischen Linken die Hoffnung auf eine Rettung der Friedensverträge und ein Ende der neoliberalen Aggression gegen die werktätige Klasse. Wie stellen sich diese Entwicklungen aus der Perspektive von linken Basisaktivist:innen vor Ort dar? RASH Bogotá entspringt ursprünglich der linken und antifaschistischen Skinheadkultur der 90er Jahre in der Hauptstadt. Heute umfasst die politische Arbeit der Aktivist:innen aber nicht nur sämtliche widerständige Subkulturen der Hauptstadt von Punk bis HipHop oder Ultra-Szene, sondern auch politische Arbeit an der Basis. So sind die Aktivist:innen in der Friedensbewegung, in sozialen Zentren, in linken Medienkollektiven, in der feministischen Bewegung und auch im Präsidentschaftswahlkampf für den Pacto Histórico aktiv. Wie steht es aus Ihrer Sicht um den Friedensprozess und welche Rolle können die sozialen Bewegungen spielen? Vor welchen sozialen und ökologischen Problemen steht Kolumbien? Wie können international solidarische Netzwerke aufgebaut werden, um Solidarität zu üben? Was heißt kontrakulturelle Kulturpolitik? Was sind die Potentiale und Grenzen des Pacto Histórico? Die Genoss:innen wollen mit ihrer Vortragsreise nicht nur einen Einblick ins politische Geschehen Kolumbiens geben. Sie sind auch daran interessiert, sich mit deutschen Genoss:innen, die für eine sozialistische und gegenkulturelle Politik stehen, in den politischen Austausch zu kommen. Über die politischen Hintergründe ihrer Arbeit informieren euch die Genoss:innen hier: https://www.facebook.com/KolumbienSoliTour/videos/1057813848165997/ Außerdem werden die Genoss:innen einen Merch-Stand dabei haben, wo sie ordentlich T-Shirts und Anderes anbieten – kommt also mit gefüllten Taschen 🙂 Freitag | 20.05. | 18 Uhr | Desi | Brückenstraße 23
Freitag, 20.05.2022

Antifa-Aktionskneipe im Mai

Freitag 20.5.2022 | 19 Uhr Offenes Antifatreffen | 20 Uhr interaktiver Vortrag | Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstrasse 1 NBG Der Krieg in der Ukraine hat das Thema Aufrüstung wieder in den politischen Diskurs gebracht. Nun möchte die deutsche Regierung die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro hochrüsten. Aber was bedeutet das jetzt genau, welche Folgen hat eine solche Entscheidung, und was hat das mit Antifaschismus zu tun? Wir, von der Antifa-Aktions-Kneipe, wollen uns die nächsten Wochen und Monate mit solchen Fragen auseinandersetzten und vor allem das Thema Militarisierung genauer in den Blick nehmen. Wir starten an der nächsten Kneipe mit einer Auftaktveranstaltung, an welcher wir uns mit euch zusammen den Begriff "Militarisierung" genauer ansehen wollen. Dies geschieht in Form eines interaktiven Vortrages: Ihr bekommt einen kleinen Input, wir diskutieren über den Begriff "Militarsierung" und sammeln Themen, die wir in nächtster Zeit bearbeiten können. Also kommt vorbei! Danach besteht die Möglichkeit bei leckerem Essen gemeinsam zusammen zu sitzen, zu diskutieren und sich kennen zu lernen.

Infos über die Antifa-Aktionskneipe

Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!