Sundiata Acoli endlich frei!

Sundiata Acoli endlich frei!

Am 14. Januar wurde Sundiata 85 Jahre alt – mehr als 50 Jahre davon verbrachte er im Knast

Vergangene Woche am Dienstag kam Sundiata auf Bewährung frei. Der ‚Elder‘ (Ehrentitel für ältere Gefangene) „sei nunmehr keine Gefahr für die Öffentliche Sicherheit“ mehr, beschied der Oberste Gerichtshof von New Jersey in reichlich später Einsicht. Sundiata Acoli war nur einer von einem Dutzend der ‚Black Panthers‘ (Schwarzen Panther), die nach wie vor inhaftiert bleiben.

Sundiata Acoli wurde schon 1971 inhaftiert und zusammen mit anderen Panthers der „Verschwörung“ bezichtigt. Er war einer der „Panthers 21“, deren Verfahren damals weltweit Schlagzeilen machte. Nach knapp zwei Jahren mussten die Behörden ihn allerdings erst einmal wieder freilassen, da sie trotz zahlreicher Manipulationen nicht genug für eine Verurteilung gegen ihn zusammengetragen hatten.

Who Shot the Sheriff?

„Who shot the Sheriff‘ – bedeutet in etwa „Wer erschoß den Sheriff‘? Das bewerkstelligten einige State Trooper 1973 in einem, bei einer „Verkehrskontrolle“ provozierten Schusswechsel mit Todesopfern. Es ging um ein defektes Rücklicht. Es starben dabei einer der State Trooper und Assatas Gefährte Zayd. Alcoli und Assata wurden schwer verletzt. Im darauf folgenden Verfahren wurden die beiden überlebenden Aktivist_innen zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl klar war, dass Assata Shakur, selbst bereits schwer verletzt, unmöglich einen Schuss abgefeuert haben konnte und es bei Acoli keinerlei Beweis dafür gab, dass er dies je getan hatte.

Aber was auf den ersten Blick sich anlässt wie ein stereotypisches Melodram im Stil von „High Noon“ hat bei näheren Hinsehen durchaus System: zumindest hat es seit 1971 einen Namen.

Schon damals wurde ein FBI-Programm namens COINTELPRO ruchbar. „Im Rahmen des „Counter Intelligence Programms“ (COINTELPRO) wurden nicht nur illegal Wohnungen und Büros aufgebrochen und gefälschte Beweise platziert, sondern auch gezielt Ermordungen von politisch Aktiven durchgeführt.

Entweder legte das FBI selbst Hand an oder bewegte lokale Polizeibehörden (oft mit manipulierten Beweisen) zu bewaffneten Aktionen. Fingierte Anklagen oder die Vernichtung entlastender Beweise gehörten genauso zu diesem Programm wie öffentliche Rufmordkampagnen oder die Anstiftung zu schwerer Gewalt unter Privatpersonen.

Nachdem dieses Programm 1971 aufgedeckt wurde, stellte das FBI es offiziell ein. Seine Methoden gehören heute dank dem „Patriot Act“ durch Ex-Präsident Bush jedoch weitestgehend zur „legalen“ Polizeiarbeit in den USA.

Weitere politische Gefangene bleiben hinter Gittern

Mit COINTELPRO wurden damals auch weitere Aktivisten hereingelegt und kriminalisiert.

Der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal wurde bei einer „Verkehrskontrolle“, die sich ebenfalls zu einer wilden Schießerei entwickelte schwer verletzt, aber danach trotzdem als „Polizistenmörder“ verurteilt. Er sitzt bereits mehr als 40 Jahre im Gefängnis.

Der indigene Aktivist Leonard Peltier ist nach einem Schusswechsel mit FBI-Agenten bereits seit 46 Jahren in Haft.

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

drucken | 14. Mai 2022 | Rote Hilfe - OG Nürnberg