Wir wehren uns gemeinsam – gegen Gewalt an Frauen! Hände weg von unseren Nachbarinnen!

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Du hörst lauten Streit in der Nachbarwohnung oder auf der Straße? Eine Frau ruft um Hilfe oder du siehst/hörst, dass sich eine Situation immer mehr zuspitzt? Dann ist Handeln gefragt. Denn Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache! Alle 45 Minuten ist eine Frau häuslicher Gewalt ausgesetzt, alle drei Tage wird eine Frau von ihrem (Ex-) Partner getötet. Patriarchale Gewalt ist ein strukturelles Problem. Und wir alle können etwas dagegen tun!

  • Hol dir zuallererst Unterstützung! Sprich Leute auf der Straße an oder klingel bei Leuten im Haus und frage, ob sie auch die Hilferufe gehört haben oder den eskalierenden Streit.
  • Animiere sie mit dir zu kommen damit man dem Täter gemeinsam stoppen kann.
  • Klingelt zusammen an der Tür/Sprecht den Täter gemeinsam an.
  • Falls niemand öffnet: klopft, macht richtig Lärm.
  • Besteht darauf, die Frau zu sehen um sie fragen zu können ob sie Hilfe braucht.
  • So ermöglicht man der Frau mindestens aus der akuten Situation raus zu kommen. Ob man gemeinsam den Täter erst mal der Wohnung verweist, kommt zum einen auf euer Kräfteverhältnis an und zudem darauf, was ihr euch gemeinsam in der Situation zutraut.

Das wichtigste ist aber klar zu machen, dass wir nicht dulden, dass sich die Menschen in diesem Viertel gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen – sei es durch Rassismus, Sexismus oder andere Scheiße. Wir haben genug damit zu tun, gegen steigende Mieten, Preissteigerungen, Inflation, schikanöse Polizeikontrollen, Zwangsräumungen und andere Widerwärtigkeiten des Kapitalismus zu kämpfen – da brauchen wir nicht auch noch Macker, die ihren Frust an Frauen raus lassen weil das kapitalistische Heilsversprechen von Macht und Reichtum sich für sie nicht erfüllt.

Frauen, wehrt euch! Raus aus Vereinzelung und Isolation! Zusammen sind wir stark!

Männer, werdet nicht zu Tätern sondern zu Verbündeten im Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus!

Lasst uns auf Augenhöhe und Seite an Seite für ein besseres Leben kämpfen!

Jeden 4. Samstag im Monat ab 19 Uhr in der Schwarzen Katze, Untere Seitenstraße 1

 

drucken | 5. Dezember 2022 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.