Kurzbericht Kundgebung Solidarität mit dem Medya Volkshaus und Tahir Köcer

Kurzbericht Kundgebung Solidarität mit dem Medya Volkshaus und Tahir Köcer

Über 80 Menschen haben sich am 7. Januar an einer Kundgebung der Roten Hilfe in der Nürnberger Südstadt in Solidarität mit dem Medya Volkshaus und Tahir Köcer beteiligt.

Grund für die Kundgebung vor dem Medya Volkshaus waren mehrere Hausdurchsuchungen die am 22. Dezember 2022 in Nürnberg und Hannover stattfanden. Dabei wurde das Medya Volkshaus von der Polizei durchsucht. Bei der Razzia richtete die Polizei erheblichen Sachschaden an Türen und Inventar an.
Im Raum Nürnberg wurde dabei der kurdische Aktivist Tahir Köcer festgenommen und in die JVA München verschleppt. Die Generalstaatsanwaltschaft München führt ein Ermittlungsverfahren nach §§129a, 129b StGB wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in oder Unterstützung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gegen ihn.

Auf der heutigen Kundgebung wurde von einem breiten Spektrum der Nürnberger Linken ein klares Zeichen der Solidarität gesetzt.

Ein besonderes Highlight war der Chor der Falken, der während der Kundgebung das Solidaritätslied anstimmte und in das die andere Kundgebungsteilnehmer:innen begeistert einfielen.

Zum Abschluss wurde von den Kundgebungsteilnehmer:innen die Internationale gesungen.
Im Anschluss an die Kundgebung fand im Medya Volkshaus eine Soli-Vokü statt, bei der zusammen gegessen und sich über die aktuelle Repressionswelle gegen die kurdische Bewegung ausgetauscht wurde.

 

drucken | 8. Januar 2023 | Rote Hilfe - OG Nürnberg

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.