Prolos-Kneipe im Januar: Imperialismus zu Zeiten der „Zeitenwende“

Am 27.1.2023 ab 20:00 Uhr findet im Schwarze-Katze-Laden eine Info-Veranstaltung zur MSC (Münchner Sicherheitskonferenz) statt, in der die derzeitige Weltlage analysiert und Raum für Diskussion geboten wird, wie sich die radikale Linke jetzt aufstellen muss.

Für den Kanzler der Bundesrepublik Deutschland brachte der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, seiner Meinung nach der erste in Europa seit den 2.Weltkrieg, die „Zeitenwende“.

In der Denke der Imperialisten stimmt das. Wo kämen wir denn hin, wenn außer den westlichen Imperialisten auch noch andere Ansprüche formulieren und gar noch militärisch umsetzen? Jetzt gilt´s den Iwan, als „Bedrohung Nr.1“, auf die Finger zu hauen und erst recht der „gelben Gefahr“, die sich eigenständig vom kolonialisierten Entwicklungsland zum ökonomischen Hauptkonkurrenten der USA und ihrer Verbündeten, und damit zum „systemischen Gegner“, entwickelt hat. Das ist schon mal eine neue Aufrüstungsrunde wert. Dass dafür erkämpfte soziale Errungenschaften geschliffen werden, sollte nationaler Konsens sein.

Wie dies auszugestalten sei, dazu bietet die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) vom 17.2.-19.2.2023 für die herrschende Klasse die nötige Plattform für Gespräche – abgeschottet von der Öffentlichkeit und fern jeglicher demokratischer Legitimation.

Prolos-Kneipe wie jeden vierten Freitag im  Monat ab 19:00 Uhr, Stadtteilladen Schwarze Katze, Untere Seitenstraße 1, Nürnberg Gostenhof

mit leckerem Essen, Knabbereien und Getränken.

Wir freuen uns auf Euer Erscheinen

drucken | 19. Januar 2023 | Prolos

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.