Nürnberg: Polizei provoziert bei bürgerlicher Demo

Nürnberg, den 20.01.01

Autonome Jugend Antifa, c/o Libresso, Bauerngasse 14, 90443 Nürnberg
Info-Telefon: 0172/585 64 39 (täglich von 18-20 Uhr, ansonsten AB)

Pressemitteilung/An alle Medien


4000 Leute auf Schülerdemonstration gegen Rechtsradikalismus, 14 Festnahmen bei grundlosem Vorgehen der Polizei.

Unter dem Motto „Stop, wir fordern Zivilcourage. Schüler gegen Rechtsradikalismus“ demonstrierten heute 4000 zumeist junge Menschen. Schon zu Beginn der Demonstration provozierte die Polizei, weil sie einige Transparente nicht zulassen wollte. Lautstark zog die Demonstration von der Straße der Menschenrechte zum Weißen Turm. Dort wurde ein Teil der DemonstrantInnen von der Polizei brutal eingekesselt und in eine Seitenstraße gedrängt , dabei kam es zu einem Handgemenge mit der Polizei. 14 Personen wurden ohne ersichtlichen Grund festgenommen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Polizei diese dem autonomen Spektrum zurechnete und ihnen somit das Recht zu demonstrieren absprechen.

Die Demonstrationsleitung unterstützte das grundlose Vorgehen der Polizei und lies die Demonstration einfach weitergehen. Wie OrganisatorInnen das Recht auf freie Meinungsäußerung interpretieren sah man auch an dem kurzfristigen Verbot einer Rede des AK Antifaschismus. Dies geschah auf Geheiß von Herbert Götz dem Direktor des Scharrer Gymnasiums, an dem der Arbeitskreis wirkte. Verwunderlich ist das Redeverbot nicht, da der Direktor bereits im Herbst 2000 dem Arbeitskreis das Verbot erteilte, die Schulräume weiter zu nutzen. Ein Teil der Menschen wollte das nicht hinnehmen und forderten in lautstarken Sprechchören die Aufhebung des Redeverbots.

Um 18.15 Uhr wurden die Gefangenen, nach einer Erkennungsdienstlichen Behandlung, wieder freigelassen. Die absurde Begründung für die Festnahme war, dass eine der Personen einen Sylvesterböller geworfen haben soll.

Anhand des Vorgehens der Polizei und der Demoleitung, wird klar, dass es dem Staat und seinen ProtagonistInnen nicht darum geht, am rassistischen Normalzustand zu rütteln, sondern nur um Lippenbekenntnisse gegen Rechts.

Für weitere Informationen stehen wir täglich zwischen 18-20 Uhr telefonisch über das Infotelefon unter 0172/585 64 39 zur Verfügung.


Autonome Jugend Antifa

drucken | 20. Januar 2001 | Autonome Jugendantifa