Bericht über die Demonstration „Keine rechte Hetze in unserem Viertel“

Heute fand die Antifa-Stadtteil-Demonstration „Keine rechte Hetze in unserem Viertel – Gemeinsam, entschlossen, solidarisch gegen Faschismus“ in Gostenhof statt. Rund 150 AntifaschistInnen hatten sich, trotz des schlechten Wetters, eingefunden, um ein Zeichen gegen rechte Hetze zu setzen. Zu Beginn hielt die Antifaschistische Aktionskneipe eine Rede, die den Zusammenhang zwischen der reaktionären Offensive und einer Erscheinungsform der selbigen, der NPD-Schutzzone, aufzeigte.

Das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg schloss mit einigen Informationen über die Angstmacher der NPD an. Diese Hetzer waren auch, neben dem allgegenwärtigen reaktionären Vormarsch, ein Anlass um am heutigen Tag auf die Straße zu gehen.

Die Witzfiguren der NPD treten seit September immer wieder im Stadtgebiet als sogenannte Schutzzone auf und belästigen wahllos Menschen, während sich die Situation in der BRD seit Jahren, durch Gesetzesverschärfungen, sogenannten Ankerzentren für Geflüchtete und immer mehr Überwachung, zuspitzt. Die Neonazis wollen angeblich für mehr Sicherheit sorgen, insbesondere die deutschen Frauen müssen laut ihnen vor „migrantischen Tätern“ geschützt werden. Dieser versuchten Vereinnahmung des Kampfs gegen patriarchale Gewalt durch stumpfe rassistische Stimmungsmache wurde heute eine klare Absage erteilt.

 

So wurde im Redebeitrag der ROJA thematisiert, dass Feminismus antirassistisch bleibt, patriarchale Gewalt rechten Ideologien innewohnt und, dass wir sowohl Rassismus, als auch das Patriarchat nur überwinden können, wenn wir den Kapitalismus überwinden.

Während der gesamten Demo wurde durch laute, kämpferische Parolen wie etwa „Hinter dem Faschismus steht das Kapital – Der Kampf um Befreiung ist international“ und „Nazis raus aus Gostenhof“ auf unser Anliegen aufmerksam gemacht, außerdem wurden an umstehende AnwohnerInnen Flyer verteilt.

Auf der Abschlusskundgebung sprach die OA über die tatsächlich dringenden Probleme, wie die Gentrifizierung in unserm Stadtteil, die Unsicherheit im Arbeitsleben und den seit Jahren durch die etablierten Parteien betriebenen sozialen Abbau.

Vor der Beendung der Demo wurden die TeilnehmerInnen dazu eingeladen, dass es im Anschluß in der Schwarzen Katze den Tag im Stadtteilclub noch gemeinsam bei Glühwein und Eintopf ausklingen zu lassen.

Ein weiteres Mal wurde gezeigt, dass gerade in einem Viertel wie Gostenhof, das auf eine lange Widerstandstradition zurück blicken kann, rechte Hetze keine Chance hat. Bereits im Vorfeld der Demonstration beteiligten sich acht Läden aus dem Viertel (Palais Schaumburg, Milch und Zucker, Mops von Gostenhof, Gostenhofer Dorfschulze, Balazzo Brozzi, Vollkern 36, Große Freiheit und das Schanzenbräu) an der Mobilisierung und finanziellen Unterstützung der Demonstration. Gerade die Beteiligung aus dem Stadtteil werten wir als Erfolg. Wir bedanken uns bei allen die mitgemacht haben oder da waren. Die Antifa-Aktionskneipe verabschiedet sich für dieses Jahr und wünscht euch einen guten Rutsch. Wir sind als Antifakneipe wieder am 18. Januar 2019 ab 19:00 Uhr in der Schwarzen Katze.

drucken | 22. Dezember 2018 | organisierte autonomie (OA)